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17. Mai 2024

Power bei Netflix

Die amerikanische Polizei strebt danach, Bedrohungen der sozialen Ordnung einzudämmen, und hat sich über Hunderte von Jahren hinweg immer mehr vergrößert. Jetzt kann sie mit nur einem Wort beschrieben werden: Macht. In den USA übt die Polizei eine außergewöhnliche Macht über das Leben der einzelnen Menschen aus. Die Polizei entscheidet, wer verdächtigt wird und auf wen „die Beschreibung zutrifft“. Sie definiert, was als Bedrohung eingestuft wird und wie darauf reagiert werden soll. Sie fordert Gehorsam und droht stets, gewaltsam einzugreifen. In amerikanischen Städten kommt es täglich zu Tausenden solcher Interaktionen basierend auf wahren und vermeintlichen Vorstellungen von Kriminalität und Bedrohungen der sozialen Ordnung – was wiederum im Ermessen der Polizei liegt. Die Polizei realisiert die abstrakte Macht des Staates. „Power“ beleuchtet die Anhäufung von Geldern, die Zusammenlegung von politischer Macht und die nahezu unbegrenzte Unterstützung durch die beiden führenden Parteien der USA, aus der die Institution der Polizei, wie wir sie kennen, hervorgegangen ist. Der Film bietet einen tief empfundenen und immersiven Einblick, um zu zeigen, wie wir zu diesem Moment in der US-amerikanischen Geschichte gelangt sind – von der Gründung der sogenannten „Slave Patrols“ Anfang des 18. Jahrhunderts und den ersten öffentlich finanzierten Polizeibehörden des 19. Jahrhunderts bis hin zu den Aufständen der 1960er- und 2020er-Jahre. Mithilfe von Essays, Interviews und Collagen aus Archiven setzt „Power“ historisches Material ein, um die Realitäten der heutigen Zeit zu veranschaulichen und brennende Fragen über eine wachsende und größtenteils unkontrollierte Behörde zu untersuchen: Wer wird überwacht, wer beschützt, wer trifft die Entscheidungen und warum.

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